Entschuldigung, SPRICHST DU HUND? – Teil 2

Die Macht der STIMMUNG & STIMME

Diese Situation kennt ihr bestimmt auch. Entweder aus eigener Erfahrung oder weil ihr´s schon beobachtet habt. Man hört schon von weitem lautes RUFEN / SCHREIEN nach dem Hund. Man hört die Wut eindeutig heraus und auch die Wortwahl ist alles andere als nett. Dabei wird gerne wild gefuchtelt oder der Körper nach vornübergebeugt. Was macht der Hund? Er kommt nicht, sondern macht das weiter was er gerade tut. Mit dem anderen Hund spielen, schnüffeln, markieren, auf weitere Distanz gehen. Wenn der Hund dann doch in die Richtung des Rufenden kommt kann man oft auch eine geduckte Köperhaltung sehen, der Kopf wird immer wieder abgewendet, es wird augenscheinlich getrödelt, immer wieder geschnüffelt, die Rute hängt runter oder ist sogar eingezogen, etc.…..

Das Bild lassen wir mal kurz so stehen und machen einen kurzen Exkurs in unsere menschliche Welt.

Stellt Euch vor Eure Chefin / Euer Chef hat Euch aufgetragen Unterlagen zu einem wichtigen Thema zusammenzustellen. Ihr habt wenige Informationen und Rahmenbedingen erhalten und die Zeitvorgabe innerhalb von 2 Tagen fertig zu sein. Ihr macht Euch also so gut ihr könnt an die Arbeit. Ihr habt ein paar Nachfragen, aber ihr zögert lange um dies mit Eurer Chefin / Eurem Chef zu klären. Ich habt nämlich die Lernerfahrung gemacht, dass auf Nachfragen / Fehler nicht gut regiert wird. Ihr wurdet wegen nichts schon angeschrien, für unfähig erklärt, musstet für Nonsens Überstunden machen, etc.. Also vermeidet ihr Kontakt zur Chefin / dem Chef so lange wie möglich. Ihr versucht erst einmal über „Umwege“ an Informationen zu kommen um die Aufgabe zu erfüllen.

Wir weichen also erst mal aus und zögern machen unsere Arbeit nicht gern und ggf. auch nicht gut. Wir sind nicht motiviert. 

Übertragen auf die oben beschriebene Hundesituation bedeutet dies, dass der Hund die Erfahrung gemacht hat, dass zurück kommen Ärger bedeutet. Er wird geschimpft, erschreckt, und, und, und…. Zusätzlich nimmt er die Stimmung, Stimme und Körperhaltung wahr. Es wirkt bedrohlich, einschüchternd und macht Druck – unangenehm. Kombiniert mit der Erfahrung führt dies u.a. dazu dass er zögerlich zurück kommt und erst mal die Lage checkt. Im Klartext –  er kommt nicht gerne zu uns. Wenn wir den schlimmsten Fall weiter spinnen kooperiert der Hund nicht gerne mit uns, ist mehr an allem anderen interessiert, stolpert ggf. von einer unschönen Situation in die nächste, hat wenig Ambitionen mit uns zu agieren, sich an uns zu orientieren. Entspannte und schöne Zeit mit dem Hund sieht anders aus, oder?

Ganz ehrlich und auch ganz natürlich. Klar ärgere ich mich auch über meine Hunde. Denn auch wir haben unsere Baustellen. Mit der Zeit hab ich aber gelernt mit meinen Emotionen umzugehen und sie umzulenken. Kann dann schon sein, dass ich mit netter Stimme rufe dabei aber dennoch meinem Ärger Luft mache. Das ist aber nur noch sehr selten der Fall. Beispiel?: Watson soll zu mir zurück kommen aber er ist noch mit schnüffeln beschäftigt. Er hat ein Aufmerksamkeitswort gelernt also angle ich ihn mir mit Hey, hey, hey,. Sobald ich merke, dass er wieder aufnahmefähig ist, hört er HIER und go,go,go. Läuft er dann zu mir lobe ich ihn schon mal stimmlich mit „Super“ und „schön dass Du kleiner Teufel oder Ignorant, oder, oder, oder“ zu mir zurück kommst. Und ja Leckerli gibt es dann ab und an auch noch. Je schneller er zurück kommt desto hochwertiger ist auch die Belohnung.

Will heißen – Ich kann ja Du Idiot rufen ohne IDIOT zu schreien. Die Wirkung ist aber ne andere. Denn mein Hund weiß, dass es immer schön/gut ist zu mir zurück zu kommen.

Ist ähnlich dem wie wir gerne scherzhaft mal sagen ach Du Spinner oder ach Du Idiot… Aber die Stimmung ist eine ganz andere, richtig? Das merkt auch unser Hund und reagiert entsprechend.

Wie ist es möglich eine gute Beziehung und eine entspannte Zeit mit seinem Hund zu erreichen?

Das ist gar nicht so schwer. Man benötigt die Einsicht, dass auch ein Hund seine Stimmungen und Launen hat und er nicht automatisch weiß was wir von ihm wollen. Das bedeutet ein Investment in Zeit, Geduld und Training – aktive Gestaltung des Alltags mit dem Hund.

Die Belohnung? Ein entspanntes und schönes miteinander in angenehmer STIMMUNG & STIMME 

Durch Corona ist direktes Training aktuell leider nicht möglich. In München hat Kristina von @wirschlawiner ein tolles Online Training auf die Beine gestellt. Unter anderem mit Lerntheorie, Lektionen, Erläuterungen, Videoanalyse, und, und, und, ist es so möglich auch auf die individuellen Bedürfnissen einzugehen und zu trainieren. Zudem profitiert man von den Erfahrungen und Situationen der anderen und hat einen tollen Austausch. Schaut doch mal vorbei und überzeugt Euch selbst. 

Habt es fein und seid lieb zu Euren Hunden 